Nächstes Ziel: Wachstum! Erste Schritte für KMU

  • Mit schlechter Planung kann der Weg zum Wachstum mitunter steinig werden. Lesen Sie daher hier, was KMU dabei beachten sollten. Seit Adam Smith, dem Begründer der klassischen Nationalökonomie (1723 ‒ 1790), gilt die Wohlstandsmehrung als Ziel des Wirtschaftens und Wachstum als Weg, dieses zu erreichen. So lautet auch eine gängige, recht dramatisch formulierte Mahnung in zahlreichen Management-Ratgebern: „Wer nicht wächst, der stirbt“. Wachstum sollte von einem Unternehmen jedoch nicht zum Selbstzweck erhoben werden. Es ist komplexer als es scheint, eine allgemein gültige Erfolgsformel gibt es nicht. Ein Streifzug durch ein paar Problematiken: 

Warum Wachstum?

  • Die Frage nach dem Zweck sollte sich immer stellen. Die Unternehmensführung ist gefragt, um eine Vision zu formulieren, ein möglichst konkretes Bild einer erstrebenswerten Zukunft: Was wollen wir erreichen? Es braucht eine gemeinsame und seriöse Einschätzung, wohin die Reise führen soll. Eine Vision kann die Wachstumsstrategie nicht ersetzen, ist aber bei der Erarbeitung dieser hilfreich.

Woran Wachstum gemessen wird

  • Höhere Umsätze, Gewinne oder Mitarbeiterzahlen: auch bei KMU sind das Indikatoren für unternehmerischen Erfolg – aber nur einige von vielen. Laut einer Umfrage von Microsoft unter 13.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa aus dem Jahr 2017 bedeutet Wachstum für 28 % höhere Erträge und für 30 % das Gewinnen neuer Kunden. Zusätzlich wird Wachstum aber auch über andere, qualitative Kriterien bestimmt: Verbessern des eigenen Handwerks bzw. der beruflichen Leidenschaft (19 %) oder mehr Spaß bei der Arbeit (18 %). Ein Unternehmen kommt nicht darum herum, seinen eigenen Wachstumsbegriff und seine Wachstumsziele zu definieren.

Organisation für die Zukunft

  • Oft sind bestehende Strukturen um Personen, Kunden oder bisherige Notwendigkeiten herum gewachsen. Damit das Wachstum nicht auf eine labile Basis gebaut wird, stellt sich die Frage nach der passenden Unternehmensorganisation und den geeigneten Abläufen. Zudem gilt es, die Verantwortlichkeiten klar zu definieren. Als Ausgangspunkt dabei helfen folgende Überlegungen: Mit welchen Strukturen würde man ein Unternehmen in der geplanten Größe auf der grünen Wiese neu aufbauen? Und ist diese Organisation auch für weiteres Wachstum ausgerichtet?

Die passende Finanzierung

  • Bei jeder Wachstumsstrategie spielen die Finanzen eine zentrale Rolle. Mit bevorstehenden Investitionen muss man sich rechtzeitig befassen. Aufbau von neuen Strukturen, neue IT-Systeme etc., um den gestiegenen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden zu können: Oft scheitern KMU an Wachstumsschwellen, weil „plötzlich“ solch hohe Investitionen anstehen. Passen die Finanzierungsmöglichkeiten zur Wachstumsstrategie?

Unternehmenskultur und Führung

  • Ein nachhaltiges Wachstum erfordert von der Entscheidungsfindung bis zur Umsetzung das Zusammenspiel aller Mitarbeiter. Wachsende Unternehmen tendieren dazu, zu viele Veränderungsprozesse gleichzeitig zu starten. Daran können einzelne Mitarbeitende oder ganze Teams scheitern. Den Mitarbeitenden fehlt dann die Orientierung. Dank Gesprächen, Schulungen und Vorgaben können sie sukzessive befähigt werden, Eigenverantwortung zu tragen. Es braucht eine offene Unternehmenskultur, um mit möglichst wenig interner Reibung das Wachstum zu gestalten. Ein zweiter Faktor ist: Das Unternehmen braucht neben dem operativen Geschäft die Bewegungsfreiheit zur Planung. Denn Wachstum soll aktiv gestaltet und vorbereitet werden.